Es gibt kein iPhone 9, weil Apple diese Zahl bewusst übersprungen hat. 2017 ging das Unternehmen vom iPhone 8 direkt zum iPhone X, um den zehnten Geburtstag des iPhone zu markieren, ein radikal neues Design zu signalisieren und aus der fehlenden Zahl selbst ein Marketing-Ereignis zu machen. Das iPhone X ist das iPhone 10. Ein eigenes Modell namens iPhone 9 hat es nie gegeben, und das iPhone SE der zweiten Generation von 2020 kommt dem am nächsten, was Apple je in diese Lücke gestellt hat.
Die kurze Antwort
Apple ging im September 2017 direkt vom iPhone 8 zum iPhone X, der römischen Zahl für 10. Der Sprung feierte zehn Jahre iPhone, markierte das größte Redesign seit 2010 (Face ID, randloses OLED-Display, keine Home-Taste) und zog Aufmerksamkeit aus der fehlenden Zahl. Das X ist das iPhone 10. Das iPhone SE von 2020 hat die Lücke in der Praxis gefüllt.
Seit dem Debüt des Geräts 2007 hat Apple mehr als drei Milliarden iPhones verkauft, eine Zahl, die Konzernchef Tim Cook Ende Juli 2025 in der Telefonkonferenz zum dritten Geschäftsquartal nannte. In knapp zwei Jahrzehnten sind Dutzende Modelle erschienen, und trotzdem stellt sich beim Blick auf die Reihe immer dieselbe Frage. Im Folgenden nehmen wir die drei tatsächlichen Gründe für den Sprung auseinander, erklären, was aus dem fehlenden Modell wurde, und zeigen Ihnen die generalüberholten iPhones, die diese Designs zu einem Bruchteil ihres Startpreises weiterführen.
Inhaltsverzeichnis
- Warum hat Apple das iPhone 9 übersprungen?
- Was ist aus dem iPhone 10 geworden?
- Ist das iPhone SE das echte iPhone 9?
- Andere Tech-Konzerne, die eine Zahl übersprungen haben
- Kurze Geschichte der iPhone-Namen bei Apple
- Fazit
- Häufig gestellte Fragen
Warum hat Apple das iPhone 9 übersprungen?
Apples Entscheidung, das iPhone 9 auszulassen und direkt vom iPhone 8 zum iPhone X zu gehen, hatte drei Gründe. Alle drei waren gewollt.
1. Das iPhone feierte seinen zehnten Geburtstag
Das erste iPhone kam im Juni 2007 auf den Markt. 2017 stand Apple damit vor einem Jubiläum, das das Unternehmen nicht kleinreden konnte: zehn Jahre eines Geräts, das die Mobilfunkbranche umgebaut hat. Statt ein routiniertes „iPhone 9" zu veröffentlichen, wählte Apple die römische Zahl X, die für 10 steht. Der Name war eine Feier und nicht bloß ein Etikett.
2. Ein Signal für ein radikal neues Design
Das iPhone X war kein Zwischenschritt, sondern das dramatischste iPhone-Redesign seit dem iPhone 4 von 2010. Apple entfernte die Home-Taste, führte Face ID ein und verbaute ein randloses OLED-Display. In der deutschen Pressemitteilung nannte Apple das 5,8 Zoll große Super Retina Display „das erste OLED-Panel, das den Anforderungen des iPhone gerecht wird", und beschrieb, wie iOS 11 die Hometaste durch Gesten ersetzt.
Zugleich war es das erste iPhone jenseits der Tausend-Euro-Marke: In Deutschland startete das iPhone X bei 1.149 € für die Variante mit 64 GB.
Indem Apple das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus gleichzeitig mit dem iPhone X vorstellte, rahmte das Unternehmen die Reihe als „gut gegen besser" statt als „alt gegen neu". So wirkte das teurere iPhone X wie ein Generationssprung, und genau diese Botschaft verstärkt ein Namenssprung von 8 auf 10.
3. Der stärkere Marketing-Zug
Eine Zahl zu überspringen erzeugt Aufmerksamkeit von allein. Die Lücke in der Reihenfolge sorgte für Gesprächsstoff und Berichterstattung, was das Interesse am Start des iPhone X zusätzlich verstärkte. Dazu kommt eine kulturelle Ebene: In Japan kann die Zahl 9 negativ besetzt sein, weil eine ihrer Lesungen (ku) genauso klingt wie das Wort für Leiden. Apple hat nie bestätigt, dass das eine Rolle gespielt hat, doch die römische Zahl X umging die Frage vollständig.
Abgesehen vom Aberglauben trägt der Buchstabe X eine eigene Symbolik. In Mathematik, Naturwissenschaft und Popkultur steht er für das Unbekannte, für Wandel und für Entdeckung. Diese Bedeutung passte gut zu einem Produkt, das Apple als Zukunft des Smartphones positionierte.
Was ist aus dem iPhone 10 geworden?
Das iPhone 10 ist das iPhone X. Es handelt sich um dasselbe Gerät, denn Apple nutzte die römische Zahl X, die für 10 steht, als offiziellen Namen. Das iPhone X wurde am 12. September 2017 gemeinsam mit dem iPhone 8 und dem 8 Plus vorgestellt, war ab dem 27. Oktober vorbestellbar und kam am 3. November 2017 in den Handel. Es begründete die Designsprache aus Face ID, Gestensteuerung und Notch, die jedes Hauptmodell bis zur iPhone-14-Reihe geprägt hat.
Im September 2018 verschwand das iPhone X aus Apples Sortiment, als das iPhone XS und das iPhone XR seinen Platz übernahmen. Nach weniger als einem Jahr am Markt war es damit nur noch gebraucht oder generalüberholt zu bekommen.
Heute kostet dasselbe Gerät generalüberholt nur einen Bruchteil des damaligen Neupreises. Welche Anbieter das iPhone X in Deutschland gerade führen und zu welchem Preis, sehen Sie hier in Echtzeit:
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Ist das iPhone SE das echte iPhone 9?
Als Apple im April 2020 das iPhone SE der zweiten Generation vorstellte, nannten viele Beobachter es das iPhone 9 unter anderem Namen. Das Gerät baute auf dem Gehäuse des iPhone 8 auf, behielt Home-Taste und Touch ID und startete laut Apples deutscher Pressemitteilung bei 479 € für 64 GB. Dieser Preis lag genau zwischen dem iPhone 8 und der Premiumklasse der X-Reihe.
Mehrere Berichte legen nahe, dass Apple intern den Namen iPhone 9 erwogen hat, sich dann aber für iPhone SE entschied, um das Gerät in der etablierten Einstiegsreihe zu halten. Ob dieses Etikett je offiziell war, lässt sich nicht belegen. Praktisch füllte das SE der zweiten Generation aber genau die Lücke, die das fehlende iPhone 9 hinterlassen hatte: ein modernes, günstiges iPhone mit dem Design aus der Zeit vor dem X.
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Andere Tech-Konzerne, die eine Zahl übersprungen haben
Apple ist nicht das einzige Unternehmen, das in seiner Produktnummerierung nach vorn gesprungen ist. Drei bekannte Beispiele:
- Microsoft, Windows 9: Microsoft ging von Windows 8.1 direkt zu Windows 10, das am 29. Juli 2015 allgemein verfügbar wurde. Offiziell sollte der Sprung einen klaren Bruch mit dem schlecht aufgenommenen Windows 8 signalisieren. Als zweite, häufig zitierte Erklärung gilt, dass Altcode in vielen Fremdanwendungen auf die Zeichenfolge Windows 9 prüfte, um Windows 95 und 98 zu erkennen, was Kompatibilitätsprobleme hätte auslösen können.
- Samsung, Galaxy Note 6: Samsung übersprang das Galaxy Note 6 und stellte am 2. August 2016 das Galaxy Note7 vor, damit die Nummerierung der Note-Reihe zum Galaxy S7 passte, das im selben Jahr früher erschienen war.
- OnePlus, OnePlus 4: OnePlus ging vom OnePlus 3T direkt zum OnePlus 5, der im Juni 2017 erschien. Einen offiziellen Grund hat das Unternehmen nie genannt. Als Erklärung gilt, dass die Vier in China als Unglückszahl zählt, weil das Wort dafür ähnlich klingt wie das Wort für Tod.
In allen drei Fällen war der Sprung strategisch und nicht versehentlich, ganz ähnlich wie bei Apples Entscheidung zum iPhone 9.
Kurze Geschichte der iPhone-Namen bei Apple
Wer versteht, wie Apple seine Telefone benennt, findet die Lücke beim iPhone 9 weniger überraschend. Streng fortlaufende Zahlen hat das Unternehmen nie durchgehalten:
- iPhone (2007): gar keine Zahl.
- iPhone 3G (2008): benannt nach der Unterstützung für das 3G-Netz und nicht, weil es das dritte Modell war. Ein iPhone 2 gab es nie.
- iPhone 3GS (2009): Das S stand für speed, also Geschwindigkeit, und begründete die S-Tradition.
- iPhone 4 bis iPhone 8: Ab dem vierten Modell nummerierte Apple fortlaufend, mit S- und Plus-Varianten dazwischen.
- iPhone X (2017): der Sprung zur römischen Zahl, die 9 fällt aus.
- iPhone XS und XR (2018): Buchstabenvarianten innerhalb der X-Generation.
- iPhone 11 bis iPhone 17 (2019 bis 2025): Rückkehr zur fortlaufenden Nummerierung, nun mit Pro- und Pro-Max-Stufen.
- Namen ohne Ziffernlogik: Neben dem iPhone 17 führt Apple in Deutschland derzeit auch das iPhone Air, das iPhone 17e und das iPhone 16. Die reine Zahlenreihe ist damit endgültig aufgebrochen.
Das Muster zeigt: Apple behandelt Produktnamen als Markenwerkzeug und nicht als strengen Versionszähler. Wenn ein Name die Geschichte trägt, die das Unternehmen erzählen will, hat er Vorrang vor der Zahlenlogik.
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Fazit
Kurz gefasst gibt es kein iPhone 9, weil Apple sich bewusst dagegen entschieden hat:
- Das iPhone X kam 2017 zum zehnten Geburtstag des iPhone, und die römische Zahl X unterstrich dieses Jubiläum.
- Das iPhone X brachte ein radikal neues Design mit Face ID, randlosem OLED-Display und ohne Home-Taste, das einen größeren Namenssprung rechtfertigte als eine einzelne Ziffer.
- Der Sprung war ein geschickter Marketing-Zug: Er erzeugte Aufmerksamkeit, umging kulturelle Empfindlichkeiten rund um die Zahl 9 und positionierte das iPhone X als hochwertiges, wegweisendes Produkt.
- Das iPhone SE der zweiten Generation von 2020 gilt weithin als geistiger Nachfolger, der die Lücke in der Praxis geschlossen hat.
Wenn Sie ein iPhone suchen: Viele dieser älteren Modelle werden nicht mehr neu verkauft, sind generalüberholt aber weiterhin eine gute Wahl. Ein generalüberholtes iPhone wird vor dem Wiederverkauf professionell geprüft, getestet und aufgearbeitet. Sie bekommen also verlässliche Leistung zu einem Bruchteil des Neupreises. Wie die Anbieter den optischen Zustand einordnen, erklärt unser Überblick zu den Kategorien A, B und C.
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Häufig gestellte Fragen
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Letzte Aktualisierung: 30. Juli 2026 · Erstveröffentlichung: 21. Nov. 2023





